Der Pressebericht zur Aktion #NightofLight 22.06.2020 mit einigen Hintergrundinfos zur Situation der Branche ...

"Alarmstufe Rot" bei Veranstaltern

Von Hans-Jürgen Kommert 23.06.2020 - 15:59 Uhr

Es war der Wasserfall, den die TWZ Event GmbH gemeinsam mit ihren technischen Dienstleistern als Mittelpunkt der Aktion "Night of Light" wählte – auch beim Weihnachtszauber, der von ihnen präsentiert wird, finden hier viele Veranstaltungen statt.

Fotos: Kommert Foto: Schwarzwälder Bote

Die Veranstaltungsbranche wird von der Pandemie hart getroffen. Es geht ihr nicht gut. Darauf machte sie auch in Triberg und Schönwald mit der "Night of Light" aufmerksam, die bundesweit stattfand. Es herrscht "Alarmstufe Rot".

Raumschaft Triberg. "Die Veranstaltungsbranche gehört mit einem Umsatz von knapp 130 Milliarden Euro jährlich zu den größten Sektoren der deutschen Wirtschaft", sagt Helge Leinemann, Vorstandsvorsitzender des VPLT (Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik). Sie beschäftige allein im Bereich der Business-Events rund eine Million Menschen und habe damit einen wichtigen Anteil am Bruttoinlandsprodukt. "Seit Mitte Februar ist unserem kompletten Wirtschaftszweig jedoch faktisch die Arbeitsgrundlage entzogen", so Leinemann weiter.

Nun rief der Verband seine Mitglieder auf, sich einer bundesweiten Aktion anzuschließen, die darauf hinweisen soll, dass es der Branche richtig schlecht geht – der "Night of Light". Die rote Beleuchtung bekannter Objekte steht dafür, dass sich die Veranstaltungswirtschaft auf der "roten Liste" der aussterbenden Branchen befindet, sie weist auch auf "Alarmstufe Rot" für einen Milliarden-Markt mit vielen hunderttausend Arbeitsplätzen hin. Zugleich steht sie für einen flammenden Appell an die Öffentlichkeit und dafür, dass die Mitglieder der Veranstaltungsbranche "für ihren Beruf brennen".

Mehr als 7000 Verbandsmitglieder seien es letztlich gewesen, die sich der Aktion angeschlossen hatten, darunter auch in Triberg die Veranstalter des Weihnachtszaubers, die mit ihren sechs Firmen geschlossen dort auftraten, wo sie auch sonst sehr aktiv sind, nämlich vor der atemberaubenden Kulisse des Wasserfalls.

Hier war federführend die TWZ Event GmbH vertreten, die sich gemeinsam mit ihren technischen Dienstleistern ELD Beleuchtungstechnik, Impuls Licht und Ton, Jokatec Licht und Tontechnik, Moritz Huber Videoproduktion, SAV Pyrotechnik und WVT Veranstaltungstechnik präsentierte. "Wir wollen uns mit den anderen Veranstaltern solidarisieren, dazu trifft auch uns diese Krise durchaus hart", betonte Thomas Weisser als Kopf der TWZ Event GmbH. Sein Geschäftspartner Rainer Huber aus Schonach zeigte auf, dass drei der genannten Unternehmen ausschließlich von Events lebten. Er finde es sehr gut, Flagge zu zeigen und der Bevölkerung klar zu machen, was alles in Gefahr ist – nämlich nicht nur der diesjährige Weihnachtszauber.

Rund 250 Besucher solidarisierten sich damit – wobei Dolf-Peter Oebbecke aus Schonach, der stets das Konzert des Barockensembles der Wiener Symphoniker in der Triberger Wallfahrtskirche organisiert, sich dahingehend äußerte, dass er eine so kleine Besuchermenge doch sehr bedaure.

Noch weniger Gäste fanden sich in Schönwald ein, wo Blasius Willmann (BW Licht & Ton) die Uhrmacher-Ketterer-Halle erröten ließ und dabei auch die passende Musik bereitstellte – und wo Andreas Pfaff (PA-Audio-, Event- und Elektrotechnik) die Adlerschanze in glühendes Rot tauchte. Dieses Fanal war natürlich weithin sichtbar und die Aufstellung der Strahler auf der Schanze anstrengend und risikoreich.

Für beide sind die Veranstaltungen "nur" eines von mehreren Standbeinen. Doch wie sie übereinstimmend im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten erklären, sei es zum einen die Solidarisierung mit ihren Kollegen, mit denen sie unter Umständen auch intensiv zusammen arbeiten und zum anderen müsse man sehen, dass auch sie Jahr für Jahr gewaltige Summen investieren in ihre Anlagen – die nun in diesem Jahr keinen Beitrag zur Refinanzierung leisten können. "Und wer im Nebenerwerb Anlagen finanzieren musste, hat in diesem Jahr ganz schlechte Karten", ergänzten beide.

Link zum Zeitungsartikel Schwarzwälder Bote
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